Kult um einen Hut - Der Goldene Hut von Schifferstadt

Am 29. April 1835 machte der Taglöhner Jakob Geimer auf dem Acker des Bauern und Glasers Joseph Eckrich eine erstaunliche Entdeckung: Er fand einen Kegel aus Goldblech, der wie ein Hut aussah!
Goldener Hut, ausgestellt in Speyer
Goldener Hut, ausgestellt in Speyer

Spontan bürgerte sich für den in der Gewanne "Reuschlache" gefundenen Gegenstand bald die Bezeichnung "Goldener Hut" ein, wobei lange Zeit gar nicht fest stand, ob es sich dabei tatsächlich um eine Kopfbedeckung gehandelt hat. Die Bezeichnung hat sich jetzt, nach 175 Jahren, als wahrscheinlich richtig erwiesen.

Der "Goldene Hut von Schifferstadt", erster Fund in einer ganzen Reihe solcher kegelförmiger Goldobjekte, wurde in der Forschung lange Jahre neutral als "bronzezeitlicher Goldblechkegel" bezeichnet. Es wurden allerlei Vermutungen angestellt, welchem Zweck sie gedient haben könnten. Manche waren sich sicher, dass es sich dabei um Teile von Rüstungen gehandelt haben muss, andere vermuteten, sie hätten als Vase, Opferschale oder Pfahlbekrönung gedient. Neue Studien, auch anhand der anderen zwischenzeitlich gefundenen Goldblechkegel, haben nun ergeben, dass es mit großer Wahrscheinlichkeit tatsächlich Kopfbedeckungen waren.

Die Datierung solcher Funde ist nicht einfach und gelang beim Schifferstadter Goldhut nur mit Hilfe der 3 Beilklingen, die zusammen mit dem Hut gefunden wurden. Er ist demnach wohl noch vor dem 14. Jahrhundert, aber nicht später als im 13. Jahrhundert vor Christus entstanden und somit mindestens 3000 Jahre alt. Das war noch rund 500 Jahre vor der Gründung Roms und zu Zeiten, als der ägyptische König Tutanchamun regierte.

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