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Kita Haus des Kindes


Die Kita Haus des Kindes lässt uns an einem Märchen teilhaben, das der Erzieher Gabriel Salzmann der Kita geschrieben hat:

Wintersterne

Es war Anfang Dezember. Kalt war es und dunkel.

Der Abend war sternenklar,

Kathi saß im Liegestuhl und blickte durch den Dampf ihres Atems in die Sterne,

Sie trug ihren Lieblings-Schneeanzug (den mit den vielen kleinen gelben Sternen) und ihr Papa hatte sie noch extra in die warme Decke gewickelt.

Papa hatte ihr gesagt, der Winter gefalle ihm am besten, weil man durch die lange Dunkelheit die Sterne am besten betrachten könne.

Kathi mochte den Winter nicht. Er war ihr zu dunkel.

Kathi fürchtete sich immer ein wenig im Dunkeln.

Heute wollte sie also mit ihrem Papa die Sterne betrachten, denn sie verstand nicht, was er daran so bemerkenswert an ihnen fand. Den ganzen Tag schon hatten sie Sterne gebastelt und in die Fenster gehängt.


Jetzt aber war sie sehr aufgeregt. Denn sie saß gerade alleine im dunklen Garten. Papa war noch drinnen.

Schließlich kam er aus dem Haus, zwei Tassen warmen Punsch in der Hand.

Eine davon gab er Kathi, dann setze er sich in den Liegestuhl neben ihr.

Einen Moment lang bliesen sie beide in ihren Punsch, und blicken hinauf in den Himmel.

Papa begann Weißt du wieviel Sternlein stehen zu summen und Kathi fragte. "Weißt du es?

"Was weiß ich?" fragte Papa irritiert.

"Na, wieviel Sternlein stehen!" gab Kathi zurück.

"Nein." sagte Papa. "Ich glaube, das weiß niemand. Es sind so viele, man würde sich ja ständig verzählen."

Kathi deutete mit dem Finger in den Himmel und versuchte die Sterne zu zählen. Aber es waren mehr Sterne, als sie zählen konnte. Also ließ sie es wieder sein.

"Glaubst du, dass da irgendwo kleine grüne Männchen leben?" fragte Kathi weiter.

Papa überlegte lange schweigend. Dann sagte er: "Hm. Kann schon sein. Vielleicht. Alles andere wäre doch Platzverschwendung."

Während ihr Papa in den Himmel sah, wurde Kathi unruhig.

Der Punsch war kalt geworden und die Decke wärmte auch nicht mehr wie eben noch.

Außerdem war es langweilig. Da oben passierte einfach nichts.

Von Zeit zu Zeit bewegte sich etwas Blinkendes über den Himmel, aber Papa sagte, das wären nur Flugzeuge; keine Raumschiffe.

"Weißt du, Kathi" begann plötzlich ihr Papa "Manche Menschen sagen, jeder von uns hätte da oben einen Stern der auf ihn aufpasst.

Tatsächlich ist es so dass man, wenn man keine Landkarte, kein Handy und keinen Kompass hat, dank der Sterne trotzdem den Weg nach Hause finden kann. Zu Menschen, die einen lieb haben und die sich um einen sorgen. Ist das nicht schön?

Man muss nur den Sternen folgen um den Ort zu finden, an dem es einem gut geht. An dem man sich wohl fühlt.

In gewisser Weise stimmt es also, das sie auf uns aufpassen."

Er lächelte, während er sprach.

"Und außerdem könnte man ohne Dunkelheit die Sterne gar nicht sehen."

Der Gedanke gefiel Kathi. Sie fühlte sich wohl bei dem Gedanken, die Sterne würden für sie da sein und dafür sorgen, dass sie nur die richtigen Wege findet.

"Aber wie soll das gehen?" fragte sie ihren Papa.

Der blickte sie an und überlegte kurz,

Dann sagte er: "Komm mit."

Sie standen auf, verließen den Garten und spazierten durch die Stadt.

Schließlich erreichten sie ihren Kindergarten. Über der Eingangstür hing ein wunderschöner großer, gelber Stern.

"Siehst du!" sagte Papa "Die Sterne zeigen dir die Orte, wo es dir gut geht. Bei uns daheim hängen ja auch ganz viele Sterne!"

Kathi lächelte und kuschelte sich an ihren Papa.

Plötzlich waren die Sterne gar nicht mehr langweilig. Und kalt war ihr auch nicht mehr.

Eine angenehme wohlige Wärme mache sich in ihr breit.

Sie gingen nicht sofort nach Hause, sondern streiften noch ein wenig durch die Stadt, auf der Suche nach Sternen.

Und sie fanden noch so viele!

Leuchtende Sterne vor den Geschäften und an den Gebäuden. In einigen Straßen leuchtete ein ganzes Meer von Sternen. In den Fenstern klebten Sterne wie bei ihr daheim.

Die ganze Stadt war voller Sterne.

Und alle sorgten sie dafür, dass sie sich wohlfühlte.

 

Gabriel Salzmann