Hier wachsen Herzgespann, Baldrian, Brennnessel, Steinklee und Schafgabe – ein Paradies für Insekten wie Wildbiene, Rosenkäfer, Libellen und Schmetterlinge. Beim Aurorafalter besonders beliebt: Die Knoblauchrauke. Sie wächst hier zuhauf und bietet die perfekte Kost für die Raupen des Schmetterlings, der durch seine kräftig orangenen Flügel auffällt.
Und wo sich Insekten tummeln, sind Vögel nicht weit. Auf der wilden Wiese finden die zwitschernden Gesellen einen reich gedeckten Tisch. Unterschlüpfe für Eichhörnchen und Igel sind ebenfalls reichlich vorhanden. Aber auch Zauneidechsen, Schlingnattern, Ringelnattern und Erdkröte fühlen sich hier wohl.
Zwei- bis dreimal im Jahr mähen Mitglieder der Lokalen Agenda 21 die Grünfläche, sodass die nachwachsenden Pflanzen wieder mehr Sonnenlicht erhaschen können und der Wiesencharakter erhalten bleibt. Ansonsten ist es hier bis auf das Rascheln im Laub, das Summen von Blume zu Blume und das Zwitschern aus den Baumwipfeln eher ruhig. Bis auf diesen einen Tag im August des letzten Jahres – da war nämlich plötzlich ganz schön viel los:
Gemeinsam für die Natur
Gegraben, aufgeschichtet und angepackt haben im Sommer des vergangenen Jahres rund 20 Freiwillige aus der Bürgerschaft, dem Team31 und der Lokalen Agenda 21 auf der Grünfläche auf dem Waldfriedhof. Entstanden ist ein Steinhaufen für Eidechsen und andere Tiere, die sich gerne sonnen und verstecken, und eine Totholzhecke als Unterschlupf für Igel und Vögel.
„Außerdem haben wir ein Sandarium anleglegt“ erklärt Klimaschutzmanagerin Elisa Jung, die die Aktion zusammen mit dem Umweltbeauftragten Frank Schmitt organisiert hat, „dafür haben wir etwa einen halben Meter hoch Sand aufgeschüttet. Wildbienen und andere Insekten können dort ihre Tunnel graben.“ Auch ein sogenannter „Käferkeller“ – ein etwa ein Meter tiefes, mit Totholz aufgefülltes Loch – ist entstanden.
Material und Werkzeug stellten die Stadtwerke zur Verfügung.
Inzwischen haben die Tiere ihr Revier zurückerobert – viele von ihnen verbringen die Zeit bis zu den ersten wärmeren Tagen in den neu für sie angelegten Unterschlüpfen. Sobald die ersten Sonnenstrahlen die wilde Wiese treffen, schwärmen sie wieder aus und sorgen für blühende Obstbäume und reichliche Ernten auf den Feldern.

Mit Spaß bei der Sache: Auf der Grünfläche auf dem Waldfriedhof entsteht dank Freiwilliger eine Totholzhecke.

Alle packen mit an: Hier entstand ein Sandarium für Wildbienen und andere Insekten.

