Kommunale Wärmeplanung mit dem Ziel einer klimaneutralen Wärmeversorgung in Schifferstadt
Bezahlbare und nachhaltige Wärme – das wünschen sich nicht nur die Bürgerinnen und Bürger, sondern auch die Stadtverwaltung. Deshalb fließt zurzeit viel Zeit und Mühe in die sogenannte Kommunale Wärmeplanung. Sie ist ein wichtiges Werkzeug für Städte und Gemeinden und hilft dabei, die Wärmeversorgung vor Ort klimafreundlich zu gestalten. Das Ziel: Eine Wärmeversorgung, die auf bezahlbarer und vor Ort erzeugter, unabhängiger Energie basiert.
Durch das Planungsinstrument der Kommunalen Wärmeplanung entstehen keine Kosten für die Bürgerinnen und Bürger. Auch einen Anschlusszwang gibt es nicht. Genaue Angaben zu möglichen Anschlusskosten an ein künftiges Wärmenetz können Stadtverwaltung und Stadtwerke derzeit noch nicht machen. Das Wärmenetz wird jedoch wirtschaftlich und konkurrenzfähig geplant – also nur dann umgesetzt, wenn Anschlusskosten und Arbeitspreise (pro kWh) im marktüblichen Rahmen liegen.
Die Schifferstadterinnen und Schifferstadter auf dem Weg zur klimaneutralen Energieversorgung mitzunehmen, ist ein großes Anliegen. Nach der ersten und sehr gut besuchten Bürgerinformationsveranstaltung am 24. März sind weitere ähnlich Veranstaltungen geplant.
Die nächsten Schritte:
- 3. Quartal 2026: Zweite Bürgerinformationsveranstaltung
- 4. Quartal 2026: Erstellung des Zielszenarios – Auswertung der Informationen zum Geothermieprojekt, aktueller Ausbaustand der Wärmenetze, Anschlussinteressen und weiterer Faktoren
- 1. Quartal 2027: Präsentation der Ergebnisse bei der 3. Bürgerinformationsveranstaltung
Einblicke dank interaktiver Karte
Wärmenetze können nur da entstehen, wo ein großes Anschlussinteresse seitens der Bürgerschaft besteht. Daher stellt die Stadtverwaltung seit Mitte Dezember 2025 eine interaktive Karte unter https://waerme.schifferstadt.de bereit. Hier können Bürgerinnen und Bürger mit dem Setzen eines Markers ihr Interesse an einem Anschluss ans Wärmenetz bekunden. Auch die Gründung oder der Beitritt zu einer Energiegenossenschaft, etwa zur bürgerINenergie eG, ist möglich. In der interaktiven Karte kann überdies eingesehen werden:
• in welchen Straßenzügen vermehrt Interesse an einem Anschluss besteht
• wo bereits Wärmenetze bestehen und
• wo neue Netze geplant sind
VERLINKUNG KARTE: waerme.schifferstadt.de

Gesetzliche Grundlage
Seit dem 1. Januar 2024 verpflichtet das Wärmeplanungsgesetz (WPG) alle Kommunen zur Erstellung einer Kommunalen Wärmeplanung. Auf Landesebene regelt das Landesgesetz zur Ausführung des Wärmeplanungsgesetzes (AGWPG) die konkrete Umsetzung. Es trat am 26. April 2025 in Kraft. Seitdem stehen auch Zahlungen des Landes für die Umsetzung der Schifferstadter Wärmeplanung bereit. Für kleinere Kommunen gilt eine Umsetzungsfrist bis zum 30. Juni 2028. Gemeinsam mit den Stadtwerken strebt Schifferstadt jedoch an, die Planung bereits bis Ende 2026 abzuschließen.
Umsetzung gemeinsam mit den Stadtwerken
Der Beschluss zur Durchführung der Kommunalen Wärmeplanung wurde am 20. August 2025 im Bau-, Verkehrs- und Umweltausschuss gefasst. Die Stadtverwaltung hat die Erstellung der kommunalen Wärmeplanung an die Stadtwerke Schifferstadt vergeben.
Zehn Jahre zuvor, im Jahr 2015, wurde bereits ein Konzept zur „Integrierten Wärmenutzung“ erarbeitet. Das zeigt, dass sich die Stadt und die Stadtwerke im Hinblick auf das Thema Wärme sehr zukunftsorientiert ausgerichtet haben.
Warum die Stadtwerke?
• Regionale Wertschöpfung (Das Geld bleibt der Stadt erhalten)
• Jahrelange Expertise im Bereich der Wärmebereitstellung
• Sehr gute Ortskenntnisse und die Fähigkeit potenzielle Problemstellungen bei einer möglichen Umsetzung zu erkennen
• Sicherstellen der Qualität über beratende, externe Experten
• Weiterentwicklung der Planung in konkrete Projekte
Ziel der Kommunalen Wärmeplanung
Ziel ist es, eine fundierte Datenbasis zu schaffen, um darauf aufbauend mögliche Konzepte für eine klimaneutrale Energieversorgung zu entwickeln. Daran schließen sich Machbarkeitsstudien an, in denen konkrete Umsetzungswege geprüft werden.
Verschiedene Möglichkeiten der Wärmeversorgung im Fokus:
- Wärmenetze (klassisch oder mit Geothermie)
- Kalte Nahwärmenetze
- Einzellösungen wie Wärmepumpen
Daten sammeln und Machbarkeit prüfen
Für die Wärmeplanung müssen zuerst geografische, technische und energetische Informationen gesammelt werden, zum Beispiel zum Wärmeverbrauch einzelner Straßenzüge. Die erhobenen Daten werden anschließend verarbeitet und ausgewertet. Dieses digitale Abbild der Stadt, der sogenannte „digitale Zwilling“, ermöglicht eine präzise Planung und Simulation der zukünftigen Wärmeversorgung. Dann können konkrete Pläne für eine klimaneutrale Energieversorgung entwickelt und auf ihre Umsetzbarkeit überprüft werden.
Schifferstadts Plan
Der Prozess zur Erstellung der kommunalen Wärmeplanung gliedert sich in mehrere Phasen:
- Eignungsprüfung
Identifikation von Gebieten, in denen künftig voraussichtlich weder ein Wärmenetz noch ein Wasserstoffnetz realisierbar ist. - Bestandsanalyse
Erhebung und Auswertung des aktuellen Wärmebedarfs und -verbrauchs in der Kommune. - Potenzialanalyse
Untersuchung der Möglichkeiten zur Reduktion des Wärmebedarfs, etwa durch energetische Sanierungen sowie Erfassung des Potenzials erneuerbarer Wärmequellen und unvermeidbarer Abwärme. - Zielszenario
Auf Grundlage der Analysen werden verschiedene Szenarien entwickelt, die den Weg zu einer klimaneutralen Wärmeversorgung im gesamten Stadtgebiet aufzeigen.
Sie haben Fragen?
- Bei einer defekten Heizungsanlage bemühen sich die Stadtwerke um eine individuelle Übergangslösung. Weitere Informationen erhalten Sie unter waermeplanung@sw-schifferstadt.de.
- Bei Fragen zu Ihrem Wohnobjekt wenden Sie sich bitte an Klaus Stollhof von den Stadtwerken (k.stollhof@sw-schifferstadt.de) oder an die Energieberatung Ihres Vertrauens
- Allgemeine Fragen zur Kommunalen Wärmeplanung beantworten Marcel Philipp, Stadtwerke Schifferstadt, Tel 06235 4901673, waerme@sw-schifferstadt.de oder Elisa Jung, Stadtverwaltung Schifferstadt, Tel 06235 44215, waerme@schifferstadt.de
